Nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz

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Die primären Demenzen, wie Alzheimer, sind zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Ähnliches gilt für viele andere Krankheiten wie z.B. Herzkrankheiten. Es gibt aber neben Antidementiva auch zahlreiche nicht medikamentöse Behandlungen, die speziell für Demenzpatienten entwickelt wurden. Diese können die Symptome lindern oder das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Vor allem geht es darum:

  • Die noch vorhandenen Fähigkeiten des Dementen zu fördern,
  • Selbstwertgefühl,
  • Lebensqualität,
  • Wohlbefinden und die
  • Selbständigkeit des Patienten zu erhalten.

Insgesamt soll also das Alltagsleben für den Betroffenen und die pflegenden Angehörigen möglichst erleichtert werden.

Also besonders hilfreich haben sich folgende Therapien für Demenzpatienten erwiesen:

1. Die Programmierte Photostimulation (PPS)

Bei der Programmierten Photostimulation (PPS) werden dem Patienten durch eine Spezialbrille computergesteuert Lichtpulse verabreicht und die Reaktion des Gehirns über ein EEG-Monitoring gemessen. Je nach Art der Reaktion wird das Muster der Lichtpulse individuell auf den Patienten angepasst. Nach 7 bis 10 ca. 45-minütigen Sitzungen sind bereits Effekte nachweisbar, vor allem in Bezug auf Wachheit und Konzentration sowie Klarheit des Denkens. Über längere Zeiträume verabreicht kann die PPS dazu beitragen, das Fortschreiten einer Demenz zu verzögern, sofern auch andere zur Verschlechterung beitragende Faktoren korrigiert werden.

Mehr über die Programmierte Photostimulation zur Behandlung von Demenzen erfahren Sie hier

2. Die Validation

Die Validation ist im Grunde genommen keine Therapieform, sondern mehr eine unterstützende Umgangsform. Unter Validation versteht man eine wertschätzende Haltung gegenüber dem Demenzpatienten. Seine Wahrnehmungen, Sichtweisen und Verhaltensweisen sollen – so, wie sie sind – akzeptiert und anerkannt werden, selbst wenn Sie objektiv falsch oder unangemessen erscheinen mögen. Dadurch will man die Demenzkranken in ihrem aktuellen Sein und ihrer aktuellen Befindlichkeit annehmen. Die Validation will also den Patienten nicht heilen, sondern entlastend begleiten.

Obwohl immer noch Wirksamkeitsstudien fehlen, empfehlen zunehmend auch Wissenschaftler, die „Validation“ als hilfreichen Umgang insbesondere bei Menschen mit Demenz anzuwenden.

3. Die Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET)

Das Bild, das wir von uns haben, ist nicht starr, sondern wird ständig an unsere Erfahrungen neu angepasst. Unser Selbsteinschätzung modifiziert sich also mit neuem Wissen und neuen Erlebnissen. Demenzpatienten können ihr Selbstbild nicht mehr den krankheitsbedingten Veränderungen ihres Körpers und ihres Geistes anpassen. Damit diese Patienten aber Lebensmut, Lebensfreude und Motivation aufrecht erhalten können, müssen sie ihr bisheriges Selbstbild und ihre Selbsteinschätzung trotz Krankheit erhalten. Dabei sind sie aufgrund ihres schwindenden Selbst auf Unterstützung angewiesen. Bei der SET geht es darum, den Menschen mit Demenz zu lehren, wie sie den Anforderungen des Lebens zuversichtlich gegenüberstehen und ihnen weiterhin ein Sinngefühl für das Leben zu geben. Zielgruppe der SET sind besonders Menschen im Anfangsstadium einer Demenz.