Demenzformen

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Welche Arten von Demenz gibt es?

Hier beschreiben wir die häufigeren Formen der Demenz, ihre Symptome und die Häufigkeit ihres Auftretens.

Der Begriff Demenz wird allgemein gebraucht, um einen Zustand zu beschreiben, bei dem die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist. Dazu gehören Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen.

Bewusstsein und Sinneswahrnehmung funktionieren hingegen weitgehend normal. Demenzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben, und es gibt reversible, wie irreversible Formen der Demenz.

Alzheimer-Demenz

Die am häufigsten diagnostizierte – aber auch am häufigsten fehldiagnostizierte – Demenzform ist die Alzheimer-Demenz. Sie ist irreversibel, da sie mit einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn (Neurodegeneration) einhergeht. Unter den Typus der Alzheimer-Demenz fallen 50 bis 60 Prozent aller Demenzen. Da die Alzheimer-Erkrankung sehr wichtig ist, soll sie in einem eigenen Artikel detaillierter besprochen werden ((LINK)).

Vaskuläredie Blutgefäße betreffend Demenz

Die vaskuläre Form der Demenz ist laut Literatur mit 15 bis 20 Prozent der Fälle der zweithäufigste Demenztyp. (Moderne und technisch verfeinerte Verfahren der Magnetresonanztomographie (MRT) und hochauflösender Ultraschall legen nahe, dass der Anteil von Durchblutungsstörungen als Verursacher von Demenz weit höher ist als die bislang angenommenen 15-20 Prozent.) Diese Demenzform geht auf Durchblutungsstörungen des Gehirns zurück. Verstopfte Blutgefäße im Gehirn führen dazu, dass die von ihnen versorgten Gehirnbereiche nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhalten – die betroffenen Nervenzellen werden geschädigt. Typische Symptome sind im Vordergrund nicht so sehr Gedächtnisstörungen, sondern vielmehr:

  • allgemeine Verlangsamung
  • Denkschwierigkeiten
  • depressive Symptome
  • neurologische Symptome, wie
    • Schwindel
    • Störungen des Gangs und der Feinmotorik
    • Taubheitsgefühle
    • Lähmungserscheinungen

Risikofaktoren für vaskuläre Demenz sind únter anderem:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen

Durch Vermeidung bzw. Behandlung dieser Risikofaktoren kann man dieser Demenzform vorbeugen.

Lewy-Körper-Demenz

Etwa 10 Prozent aller Demenzkranken leiden an der Lewy-Körper-Demenz. (Lewy Körper sind abnormale Protein-Ablagerungen in den Nervenzellen, die sich bei dieser Demenz vor allem in Hirnstamm und Großhirnrinde finden.) Auch dies ist eine neurodegenerative Erkrankung, die der Alzheimer-Erkrankung sehr ähnlich und schwer davon zu unterscheiden ist. Charakteristisch für diesen Demenztyp sind:

  • optische Halluzinationen, die der Patient mit fortschreitender Erkrankung für real hält
  • leichte Parkinson-Symptome (Zittern der Hände, steife Bewegung, unsicherer Gang)
  • starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit
  • Schlafstörungen und Inkontinenz
  • die Tendenz häufig zu stürzen und kurz das Bewusstsein zu verlieren
  • Die Betroffenen sind oft angstgeprägt und mitunter sehr aggressiv.

Frontotemporale Demenzen

Darunter fallen verschiedene Typen von Demenzen, die zusammen rund 5 bis 10 Prozent aller Demenzfälle ausmachen. Bei diesen Demenzen beginnt der Abbau der Nervenzellen zuerst im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns. Diese Gehirnregionen sind für die Kontrolle der Gefühle, der Handlungskoordination und das Sozialverhalten zuständig. Charakteristisch für diese Demenzen sind daher:

  • früh eintretende Verhaltensauffälligkeiten und Probleme im Sozialkontakt
  • ein sehr unbeherrschtes, aggressives oder auch
  • antriebsarmes, apathisches und emotionsloses Verhalten
  • mitunter auch ein äußerst enthemmtes und sexualisiertes Verhalten
  • im weiteren Verlauf sind Gedächtnis, Sprache und Sprechen gestört

Frontotemporale Demenzen sind keine reine Alterserkrankung, sie treten im Durchschnitt deutlich früher auf als andere Demenzformen, meist im Alter von 50 bis 60 Jahren. Bislang gibt es dagegen keine Therapiemöglichkeiten, auch Alzheimer-Medikamente helfen Patienten mit einer FTD nicht. Außerdem sind Gedächtnisstörungen nicht – wie bei Alzheimer – das erste Krankheitssymptom.

Sekundäre Demenzen

Unter sekundäre Demenzen fallen Hirnleistungsstörungen, deren Ursachen in anderen Erkrankungen liegen. Hierfür kommen u.a. in Frage:

  • Gehirntumor, Gehirnblutung
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Vitaminmangel
  • Chronische Leber- und Nierenerkrankungen
  • chronische Vergiftungen
  • langfristige Elektrolytstörungen
  • chronische Infektionen

Hier besteht die Chance einer Heilung, wenn die zugrundeliegende Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Lesen Sie hier mehr zu den therapeutischen Möglichkeiten bei Alzheimer und anderen Demenzen