Informationen zur Alzheimer-Demenz

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Die Alzheimer-Demenz ist die am häufigsten diagnostizierte – aber auch am häufigsten fehldiagnostizierte – Demenzform. Unter den Typus der Alzheimer-Demenz fallen 50 bis 60 Prozent aller Demenzen. Sie ist bisher nicht heilbar und irreversibel, da sie mit einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn (Neurodegeneration) einhergeht. Moderne Behandlungsmaßnahmen, wie sie hier geschildert werden, können aber in vielen Fällen dazu beitragen, dass der Abbau langsamer verläuft bzw. – insbesondere in frühen Stadien – nahezu auf einen normalen Altersabbau abgebremst wird.

Über die Symptome der Alzheimer-Erkrankung berichten wir an anderer Stelle. Wie aber entsteht eine Alzheimer-Demenz? Und was findet dabei im Gehirn statt?

Wie entsteht Alzheimer?

Schaut man sich das Gehirn eines (verstorbenen) Alzheimer-Patienten unter dem Mikroskop an, bemerkt man zwei auffällige Veränderungen gegenüber einem gesunden Gehirn gleichen Alters. Man findet nämlich zwei Formen von Protein(Eiweiß)-Ablagerungen, die für Alzheimer charakteristisch sind:

  1. Die so genannten Amyloid-Plaques. Das sind schädliche Abbauprodukte eines normalen Proteins. Sie können im Gehirn nicht entfernt werden, reichern sich an und führen zum Absterben der Nervenzellen. Wie und warum das so ist, weiß man noch nicht.
  2. Die so genannten Neurofibrillen. Diese bilden sich aus Proteinfasern, die im Inneren der Nervenzellen wie winzige Förderbänder für den Stofftransport zuständig sind. Bei der Alzheimer-Erkrankung sind diese Proteine so verändert, dass sie sich zu diesen Neurofibrillen zusammenlagern. Der Stofftransport funktioniert nicht mehr, die Nervenzellen gehen zugrunde.
  3. Die zerebrale Amyloidangiopathie. Diese ist eine Erkrankung der Blutgefäße des Gehirns verursacht durch Ablagerung von Amyloid an den Gefäßwänden. Hierdurch kann es zu Gefäßverstopfungen wie auch zu Hirnblutungen kommen.

Die meisten Forscher gehen davon aus, dass vor allem die Bildung der unter Punkt 1 und 2 genannten Ablagerungen die Ursache für das Absterben der Nervenzellen und damit für die Alzheimer-Demenz sind. Es gibt jedoch auch Meinungen, dass die Ablagerungen nur eine Folge der Erkrankung sind und die Ursache woanders liegt.

Was auch immer die genaue Ursache ist, die Nervenzellen in einigen Regionen des Gehirns sterben bei Alzheimer massiv ab. Das trifft besonders die Bereiche der Großhirnrinde, die als Schalt- und Sammelstellen für Informationen dienen und die – wie der Hippocampus – eine wichtige Rolle für das Gedächtnis spielen. Das erklärt, warum zu den frühen Krankheitszeichen der Alzheimer-Demenz gerade die Gedächtnisstörungen gehören.

Als Folge des Nervenzellsterbens kommt es in einigen Regionen des Gehirns zu einem Mangel an bestimmten Botenstoffen (Neurotransmitter). Das sind die Substanzen, mit denen sich die Nervenzellen miteinander “unterhalten” und ohne die keine Gehirnfunktion möglich ist. Besonders charakteristisch ist bei Alzheimer-Patienten der Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin. Auch dieser Acetylcholin-Mangel erklärt einen Teil der bei Alzheimer-Patienten auftretenden Lern- und Erinnerungsstörungen. Zum Teil kann das durch Medikamente ausgeglichen werden..

Spielen Erbfaktoren bei Alzheimer eine Rolle?

Die Vererbung hat nur bei sehr wenigen Alzheimer-Fällen einen relevanten Einfluss. Nur bei knapp zwei Prozent aller Alzheimer-Fälle wird die Krankheit dominant vererbt und tritt dann meist schon im mittleren Lebensalter auf. Die meisten Fälle sind nicht erblich beeinflusst.

Risiko-Faktoren für Alzheimer

Der größte Risikofaktor für die Entstehung von Alzheimer ist natürlich das Alter, aber dagegen lässt sich leider nichts unternehmen. Daneben listet die Alzheimer-Forschung eine Anzahl von Risikofaktoren auf, die zur Entstehung einer Demenz (nicht nur Alzheimer) beitragen können. Auf einen Teil von ihnen hat man durchaus positive Einflussmöglichkeiten:

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • hoher Cholesterinspiegel
  • erhöhte Blutzuckerwerte
  • Diabetes Typ 2
  • auch anhaltende Entzündungen

Zu weiteren möglichen Risikofaktoren, die derzeit noch untersucht werden, zählen Schädel-Hirn-Traumata und Kopfverletzungen (Boxen), ein niedriges Bildungsniveau, geringer Kopfumfang, eine Erhöhung autoimmuner Antikörper mit höherem Alter und eine Gehirninfektion durch Viren.